Triest – Geheimtipps für individuelle Entdecker

by ML-Redaktion

Triest für Fortgeschrittene heißt ein neues Buch des österreichischen Styria Verlages. Der Name ist Programm. Auch Triest-Kenner finden hier viele Inspirationen für einen erneuten Besuch der charmanten Hafenstadt. Das sind die Geheimtipps

Triest ist eine der schönsten Städte Italiens und zählt mit Recht zu den lebenswertesten Städten in Bella Italia. Im deutschsprachigen Raum ist diese Perle des mediterranen Raums eher unterbewertet. Das ist schade, denn Triest ist mehr als eine Reise wert. Die Stadt am Mittelmeer ist auch ideal für einen Kurzurlaub und wartet nicht nur mit vielen Sehenswürdigkeiten, sondern auch mit vielen attraktiven Shopping Angeboten auf.

Triest ist die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens und liegt an der der Adria, an der Grenze zu Slowenien. Keineswegs typisch italienisch, sondern eine Stadt mit einem einzigartigen, manchmal etwas melancholischen Charakter, einem wunderschönen Stadtbild mit einer mittelalterlichen Altstadt, einem klassizistischen österreichischen Viertel und vielem mehr. Auch das Umland ist reizvoll und lädt zu vielen interessanten Ausflügen in die nähere Umgebung ein.

Schnittpunkt zwischen Nord und Süd, Ost und West

Bei einem Aufenthalt in Triest spürt man allenthalben die glorreiche Vergangenheit der K und K Monarchie und die daraus resultieren Einflüsse aus Italien, Österreich-Ungarn, dem benachbarten Slowenien und des Balkans. Im Stadtbild, der Mentalität sowie der abwechslungsreichen Küche und der vielseitigen gastronomischen Struktur leben diese Einflüsse und die wechselhafte Geschichte spürbar und lebendig weiter.

Man kann sich trefflich darüber streiten, ob Triest die südlichste Stadt des Nordens, oder die nördlichste Stadt des Südens ist. Letzten Endes ist das müßig, denn über die geografische Lage hinaus äußert sich das historische und kulturelle Erbe und der unnachahmliche Charme auf Schritt und Tritt im Alltag.

Triest Piazza dell' Unita
Piazza dell’Unita, Hauptplatz von Triest direkt am Meer gelegen- Abends tolle Atmosphäre Foto: Meerlady-Redaktion

Der K und K Monarchie verdankt Triest seine ausgeprägte Kaffee Kultur. Klassische Kaffee Häuser die den Vergleich zu Etablissements in Wien nicht zu scheuen brauchen, vermitteln ein Gefühl von Beschaulichkeit. Triest hat dadurch eine individuelle Kaffee Kultur entwickelt, die sich von anderen italienischen Städten unterscheidet. Hier konkurriert man mit einer anderen Kaffee Hochburg Italiens, mit Neapel.

Der italienische Einfluss manifestiert sich in der Lässigkeit und Entspanntheit im Alltag sowie im typisch italienischen Sinn für Stil und Eleganz. Dies macht sich auch in der vielfältigen Shopping Struktur bemerkbar.

Dem Hafen und seiner glanzvollen Vergangenheit verdankt Triest ein architektonisches Gepräge, das in seinem Prunk und seinen Palazzi berechtigt an Venedig erinnert. Der triestinische Dialekt ist im Übrigen mit dem venezianischen verwandt.

Kulinarisch ergeben das K und K Erbe, die italienische Küche sowie Einflüsse aus den Balkan-Ländern eine faszinierende und abwechslungsreiche Küche, die diese sehr unterschiedlichen Elemente harmonisch und wohlschmeckend in sich vereint.

Triest für Fortgeschrittene – die Stadt intensiv entdecken und erleben

Es gibt Städte, auf die man sich einlassen muss, um die Schönheit und das dortige Lebensgefühl in vollem Umfang auszukosten. Dazu gehört auch Triest. Diese faszinierende Hafenstadt bietet auf kleinem Raum sehr viel und erschließt sich nicht „nine to five“, sondern bietet Potenzial für mehrere Reisen. Sowohl für einen Kurzurlaub als auch für einen längeren Aufenthalt empfiehlt sich daher ein gewisses Maß an Vorbereitung, um das große Genuss- und Erlebnispotenzial bestmöglich auszuschöpfen. Zudem erhöht sich dadurch die Vorfreude auf den Triest-Trip.

Um Triest bestmöglich und vollständig zu erkunden und in voller Schönheit zu genießen, empfiehlt die Meerlady-Redaktion aus eigner Erfahrung, sich vor Reisebeginn und nicht erst während der Anreise, mit dieser Stadt zu befassen.

Mehr als ein Reiseführer

Hier ist das Buch Triest für Fortgeschrittene von Erich Bernard und Georges Desrues eine wertvolle Quelle an Inspiration und Information. Es ist kein klassischer Reiseführer, der nur die üblichen und bekannten Sehenswürdigkeiten und Eigenheiten einer Location beschreibt. Es ist auch kein Werk für „Schnellleser“, die die Inhalte nur überfliegen wollen. Das Buch ist vielmehr Individualreisenden, die sich Triest umfassend erschließen wollen, eine große Hilfe.

Mit großer Sachkunde und Freude am Detail zeichnen die Autoren ein differenziertes Bild dieser geschichtsträchtigen Hafenstadt. Sie verzichten dabei auf romantische Verklärung und legen Wert auf eine realistische Darstellung von Triest. Das tut dem Reiz und dem Charme jedoch keinen Abbruch, sondern wertet die Inhalte dieses Buches und den Nutzen für den Leser auf.  Sogar Triest-Kenner werden darin neue und interessante Tipps finden, die man üblicherweise nicht im Reiseführer findet. Reisende, die Triest bereits kennen oder zu kennen glauben, werden davon einen noch größeren Nutzen haben, als Triest-Einsteiger.

Ansprechend in der Aufmachung und thematisch sehr gut und übersichtlich gegliedert, begleitet das Buch die Leser schon in der Vorbereitungsphase gut verständlich und nachvollziehbar bei der Entdeckung dieses mediterranen Kleinods. Die charmante, manchmal etwas melancholische Bebilderung vermittelt eine erste emotionale Impression und macht Lust auf einen Triest-Trip.

Die Leser erwartet unter anderem konkrete Tipps zu

  • kulinarischen Spezialitäten incl. einem Ratgeber zu den lokalen Fischsorten und Fischrestaurants,
  • lokalen Weinen und Winzern und Buschenschänken,
  • Weinbars und Cafésehenswürdigkeiten,
  • interessante Spaziergänge durch Triest und deren Sehenswürdigkeiten – jeweils mit einer Übersichtskarte,
  • architektonischen Sehenswürdigkeiten,
  • dem Hafen und den Markthallen,
  • Bademöglichkeiten,
  • Ausflüge in die nähere Umgebung und
  • sehenswerte Museen.

Insgesamt ist das Buch nicht nur für Individualreisende und Entdecker, die mehr als die üblichen Sightseeing-Touren absolvieren wollen, eine umfassende Informations- und Inspirationsquelle. Wer dieses Buch liest, bekommt sofort Lust auf eine oder mehrere Reisen nach Triest.

Meerlady Tipp

Das im Buch beschriebene Museo Revoltella empfehlen wir aus eigener Anschauung dem kuturell und geschichtlich interessierten Leser besonders. Es ist eine der bedeutendsten Kunstgallerien Italiens. Den Besucher erwartet nicht nur ein außergewöhnlicher Kunstgenuss, sondern auch ein Blick in die originale Wohnungseinrichtung des Triestiner Baron Pasquale Revoltella, der maßgeblich an den Investitionen zum Bau des Suez-Kanals beteiligt war. Eine interessante Zeitreise in die große Vergangenheit dieser mediterranen Metropole.

Die Autoren

Georges Desrues, geboren 1966 in Paris, aufgewachsen in Wien, lebt als freier Autor und Fotoreporter seit fünfzehn Jahren in Italien, die letzten fünf davon in Triest. Spezialgebiete sind Reisen, Essen und Trinken sowie Landwirtschaft.

Erich Bernard, geboren 1965, lebt als Architekt und Autor in Wien und Triest. Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zahlreiche kultur- und architekturhistorische Publikationen. Er beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit der Architektur- und Kulturgeschichte von Triest.

Cover Triest für Fortgeschrittene

Erich Bernard , Georges Desrues,

Triest für Fortgeschrittene

Styria Verlag, Wien

Broschur
16,8 x 24 cm; 192 Seiten
ISBN 978-3-222-13668-9

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