Hotel buchen – wo Sie den günstigsten Preis bekommen

by ML-Redaktion
Beim Hotel buchen Geld sparen und Santorini geniessen. Foto Russell_Yan_Pixabay_Santorini
Beim Hotel buchen Geld sparen und Santorini geniessen-Foto: Russell_Yan_Pixabay

Hotel buchen und sparen. Durch ein neues Gerichtsurteil wird Ihr Urlaub nun günstiger. Sie sparen bares Geld, wenn Sie die Preise für Hotelzimmer vergleichen. Wo Sie Ihr Hotel zum günstigsten Preis buchen.

Das Urteil, das der Bundesgerichtshof am 18. Mai 2021 gesprochen hat, verändert die Reisebranche. Der BGH erklärte nun auch die „enge Bestpreisklausel“ des Buchungsportals Booking.com für ungültig. Hoteliers dürfen ihre Zimmer damit nun selber zu günstigeren Preisen bewerben als Booking.com.

Bereits 2017 hatte der BGH eine „Bestpreisklausel“ kassiert, die vorsah, dass Hoteliers ihre Zimmer bei Booking.com immer zum günstigsten Preis anbieten müssen. Reisende können bares Geld sparen, wenn sie die Preise für Hotelzimmer vergleichen.

Die Hotelpreise der Buchungsportale schwanken stark

Eine Studie des Verbraucherforums mydealz zeigt, dass die Preise von Portal zu Portal im Schnitt um 43,2 Prozent (53,26 Euro) schwanken. Am meisten sparen Reisende in vielen Fällen, schon jetzt, wenn sie ein Hotelzimmer direkt über die Internetseite des Hotels buchen.

Ein Beispiel: Wer vom 1. bis zum 15. August 14 Nächte in einem 5-Sterne-Hotel „The auf Malta absteigt, zahlt pro Nacht 85,21 Euro – wenn er sein Doppelzimmer direkt über die Internetseite des Hotels bucht oder 121 Euro, also 42,0 Prozent mehr, wenn er das gleiche Zimmer über den Reiseveranstalter bucht.

Dieser Preisunterschied ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das zeigt die Studie des Verbraucherforums. Für die zwei Wochen vom 1. bis zum 15. August (Sommerferien) und das lange Wochenende vom 14. bis zum 17. Oktober hat das Verbraucherforum nach eigenen Angaben ermittelt, wie Reisende ein Doppelzimmer mit Frühstück günstiger buchen können: über die Internetseite des Hotels oder eines der bekannten Buchungsportale.

Als Stichprobe dienten jeweils 504 3- bis 5-Sterne-Hotels aus 42 Reiseländern rund um den Globus. Im günstigsten Fall kostete ein Doppelzimmer im August pro Nacht durchschnittlich 123,22 Euro, im teuersten Fall 176,48 Euro, also 43,2 Prozent mehr. Zwei Monate später zahlen Reisende im günstigsten Fall 126,45 Euro pro Nacht, im teuersten Fall 173,06 Euro (+36,9 Prozent).

Zypern-Ayia Napa-Dimitris Vetsikas-Pixabay
Zypern Entspannen am Meer Foto: Zypern-Ayia Napa-Dimitris Vetsikas-Pixabay

Zimmer direkt über die Hotel-Seite buchen

Buchungsportale berechnen den Hoteliers im Durchschnitt etwa 15 Prozent für das Listing ihrer Zimmer und die Abwicklung der Buchung. Daher ist das Hotel buchen direkt über die Internetseite des Hotels oft preiswerter, als über die bekannten Buchungsportale.

Das zeigt auch die mydealz-Studie. 42,6 Prozent (1. bis 15. August) beziehungsweise sogar 43,1 Prozent (14. bis 17. Oktober) der Zimmer konnten Reisende direkt bei einem der Hotels am preiswertesten buchen. Und auch insgesamt war das Preisniveau der 504 für die Stichprobe zufällig ausgewählten Hotels vergleichsweise gut. Die Preise der Hoteliers lagen durchschnittlich nur 18,8 Prozent (Sommer) beziehungsweise 15,0 Prozent) über dem jeweiligen Bestpreis.

Noch besser schnitt einzig das Buchungsportal Stay For Long bei der Stichprobe durch das Verbraucherforum ab. Mehr als jedes zweite dort verfügbare Zimmer für den August (50,3 Prozent) und immerhin noch 40,4 Prozent der Zimmer für den Oktober konnten die Studienautoren bei Stay For Long zum Bestpreis buchen. Durchschnittlich lagen die Preise von Stay for Long auch nur um 16,4 Prozent beziehungsweise 13,7 Prozent oberhalb des jeweils günstigsten Preises.

Auf Rang drei des Preisvergleichs folgte das Buchungsportal Lastminute.com. 15,9 Prozent der Zimmer für den August und sogar 23,7 Prozent der Zimmer für den Oktober konnten die Tester des Verbraucherforum bei Lastminute.com zum Bestpreis kaufen. Im Schnitt lagen die Preise von Lastminute.com für Aufenthalte im August aber um 29,9 Prozent und für Aufenthalte im Oktober um 18,2 Prozent oberhalb des Bestpreises.

Cinque-Terre- Foto: Walkerssk _Pixabay
Cinque-Terre- Urlaub am Mittelmeer Foto: Walkerssk /Pixabay

Buchungsportale sind selten günstig

Die übrigen Buchungsportale überzeugten kaum. Pluspunkte sammelte sie lediglich mit ihrer großen Auswahl. Zimmer in den 504 Hotels konnten die Studienautoren für den Sommer und Herbst im Schnitt bei jeweils 5,2 Buchungsportalen buchen.

Mit Abstand am „besten sortiert“ waren Expedia (Abdeckung im Sommer: 85,9 Prozent, im Herbst: 83,9 Prozent), sein Schwesterportal Hotels.com (81,9 Prozent bzw. 80,4 Prozent) und ihr Konkurrent Booking.com (78,8 Prozent bzw. 80,0 Prozent).

Die größten „Lücken im Sortiment“ wies hingegen HRS (24,4 Prozent bzw. 16,5 Prozent) auf, bezeichnender Weise gefolgt vom Preisführer Lastminute.com (46,2 Prozent bzw. 55,2 Prozent).

Preislich überzeugte bei der Studie nur Lastminute.com. Alle anderen Buchungsportale boten Zimmer in den 504 Hotels zu teils deutlich überhöhten Preisen an. Beim Buchungsportal HRS beispielsweise hätten Reisende für ein Zimmer im August 41,8 Prozent und im Oktober immerhin noch 21,2 Prozent mehr zahlen müssen als beim günstigsten Anbieter. Zum Bestpreis verkaufte HRS nur 7,3 Prozent (August) beziehungsweise 20,5 Prozent (Oktober) der dort verfügbaren Zimmer. Damit schnitt HRS unterdurchschnittlich ab.

Die acht Buchungsportale boten durchschnittlich nur 15,9 Prozent der Zimmer für Reisen im August und 17,8 Prozent der Zimmer für Reisen im Oktober zum günstigsten Tarif an. In allen übrigen Fällen zahlen Reisende zu viel, wenn sie beim Hotel buchen die Preise nicht vergleichen.

Für Hotelaufenthalte im August belief sich der durchschnittliche Aufpreis bei der Stichprobe auf 29,8 Prozent (29,04 Euro), für Hotelaufenthalte im Oktober immerhin noch auf 21,9 Prozent (25,55 Euro).


Hotel buchen über Google Travel bislang wenig überzeugend

Eine Möglichkeit, den preiswertesten Anbieter für Hotelzimmer zu finden, ist Google Travel. Der Dienst des Suchmaschinenriesen Google geriet Mitte März in die Schlagzeilen, weil Google seinen Dienst Hoteliers (und auch Buchungsportalen) bis auf Weiteres kostenfrei zur Verfügung stellt. Branchenexperten werteten dies als Angriff auf andere Hotelsuchmaschinen wie Trivago und klassische Buchungsportale.

Für Verbraucher funktioniert Google Travel im Wesentlichen wie Trivago. Wenn sie nach einem Hotel suchen, erhalten sie als Ergebnis eine Übersicht, zu welchen Konditionen der Hotelier und die einzelnen Buchungsportale ein Zimmer im gesuchten Zeitraum anbieten. Mit einem Mausklick gelangen Verbraucher zum Anbieter ihrer Wahl und können das Hotel buchen.

So attraktiv Google Travel in der Theorie wirkt, so wenig überzeugte der Dienst im direkten Vergleich mit den Internetseiten der Hoteliers und den acht Buchungsportalen. Google Travel wies das breiteste Angebot auf. Für die zwei Wochen im August konnten die Studienautoren mithilfe von Google Travel Zimmer in 87,3 Prozent und für das lange Wochenende im Oktober immerhin noch Zimmer in 86,5 Prozent der 504 Hotels buchen.

Was den Preis betrifft, sollten sich Verbraucher nicht blind auf Google Travel verlassen. Nur in 20,2 Prozent (August) bzw. 24,8 Prozent der Fälle (Oktober) konnten die Studienautoren den Bestpreis für ein Zimmer mithilfe von Google Travel finden. Im Schnitt lagen die von Google Travel ermittelten günstigsten Preise um 19,6 Prozent beziehungsweise 15,1 Prozent über dem tatsächlichen Bestpreis.

Clever Hotel buchen Gallipoli -Apulien -Foto: Gianni - Crestani- Pixabay
Strandgenuß in Gallipoli-Apulien- Foto: -Gianni – Crestani/Pixabay

Hinweis zur Methodik

Die oben getätigten Aussagen basieren auf einer Stichprobe, die das Verbraucherforum mydealz Anfang Mai 2021 vorgenommen hat.

Für 504 Hotels aus 22 Urlaubsländern hat mydealz ermittelt, wie Verbraucher günstiger ein Doppelzimmer für zwei Personen mit Frühstück für die Zeit vom 1. bis zum 15. August 2021 und vom 14. bis zum 17. Oktober 2021 buchen können. Direkt über die Internetseite des jeweiligen Hotels oder mithilfe eines Buchungsportals.

Ermittelt wurden hierbei Preise und Angebot des jeweiligen Hotels und der folgenden Buchungsportale: Booking.com, Expedia, Hotels.com, HRS, Lastminute, Opodo, Stay For Long und TUI.

Leuchtturm auf Korsika Foto: Alexander Speh/Pixabay
Korsika Urlaubsfeeling am Leuchtturm – Foto: Alexander Speh/Pixabay

Weitere Tipps für Ihre Reisevorbereitung

Reisevorbereitung – sicher in den Urlaub

Quelle: dpa

Ähnliche Beiträge

Ich freue mich auf Ihren Kommentar